Mit 550 Metern Höhe ist der Krähberg
der höchste Berg des Odenwaldkreises. Als Wegscheide,
an der sich zwei wichtige Handelswege kreuzten, hat dieser
Höhenzug schon immer eine bedeutende Rolle innegehabt.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ließ
Graf Albert von Erbach-Fürstenau auf der Anhöhe
ein Jagdschloss errichten, das bis ins vorige Jahrhundert
seiner Familie auch als Sommerfrische diente.
Das „Reußenkreuz“, an dem Höhenpass
zwischen Ittertal und Mümlingtal gelegen, wurde rund
30 Jahre zuvor als Forsthaus erbaut. In ihm wurde nur wenig
später die Gaststube „Zum Auerhahn“ eingerichtet
– der Ursprung der heutigen Nutzung als Waldgasthof.
Erst 1935 wurde der Name in „Reußenkreuz“
umgeändert.
Das "Reußenkreuz"
und sein Name
Über den Ursprung der Bezeichnung existieren unterschiedliche
Annahmen. Eine Erklärung ist, dass der Name eigentlich
Reisenkreuz (Reiser = Wald, Busch) war und damit ein Bildstock
auf der Höhe bezeichnet wurde. Nach einer weiteren Vermutung
wurde zu Ehren der russischen Zarenfamilie - mit der die Großherzöge
von Hessen verwandt waren - auf der Höhe eine Andreaskreuz
errichtet. Wie auch immer der Ursprung der Bezeichnung gewesen
sein mag, in dem Streit um Reisenkreuz oder Reußenkreuz
entschied das Regierungspräsidium in Darmstadt 1992 die
amtliche Schreibweise „Reußenkreuz“.
Seit 1935 wird das Haus von der Familie
Kroll geführt. Dabei waren die Anfänge, als zunächst
Gustav Kroll mit seiner Frau Maria die Gaststätte übernahm,
äußerst bescheiden. Die wenigen Zimmer für die
zumeist wandernden Gäste waren nach heutigen Maßstäben
sehr einfach. Ein Becken mit fließendem Wasser gab es
nur auf dem Flur. Nur einmal am Tag, morgens um halb acht, wurde
für die Gäste heißes Wasser zum Rasieren bereitet.
Im
Sommer fällt das Wasser aus
Die Wasserversorgung am Krähberg war lange Zeit ein Problem.
Besonders im Sommer reichte die örtliche Quelle zur Versorgung
nicht aus. Die Notlösung durch eine Belieferung mit Wasserwagen
hatte immerhin bis Ende der sechziger Jahre Bestand. Erst nach
der Errichtung eines Wasserhochbehälters in Sensbach konnte
das Reußenkreuz an das öffentliche Wassernetz angeschlossen
werden.
Die Panorama-Terrasse aus den sechziger
Jahren. Im Hintergrund links das alte Gästehaus.
Unten das Gästehaus im Bau. 1936 gab es tatsächlich
noch Holzfachwerkkonstruktionen.
Modernisierung und Erweiterung
Schon 1936 kam es zur ersten Erweiterung mit dem Bau eines
Gästehauses, 1959 wurde dann erstmals das Haupthaus erweitert.
In den Jahren bis heute folgten mehrere Umbauten und Modernisierungen
an Haupt- und Gästehaus, um den sich wandelnden Bedürfnissen
zu entsprechen. Dabei ist das Reußenkreuz immer ein
überschaubarer Familienbetrieb geblieben zu dessen persönlicher
Note auch die Mitarbeiter einen wesentlichen Teil beitragen.
Mittlerweile wird das Reußenkreuz in der vierten Generation
geführt und wir hoffen, dass noch viele Gäste den
Weg auf den Krähberg finden.